sir simon battle

sir simon battle

Wochenlang hatte ich geforscht. Ich hatte die im Proberaum-CD-Player gefundenen Songs nicht mehr aus dem Ohr bekommen und sie nun jedem vorgespielt, der mir unter die Nase kam. Keiner wusste, wer zum Henker denn nun diese fantastische Band sein könnte. Mein Problem war nämlich: Die CD war dummerweise nicht beschriftet! Also keine Ahnung, wer da von „credit cards and trains“ sang. Sicher schien mir nur, dass der Sänger einen kanadischen oder von mir aus auch amerikanischen Pass haben musste. Und dass das bestimmt wieder so ein Indie-Ding war, das man eigentlich kennen muss.

So recht glauben mag ich’s dann nun immer noch nicht, dass SIR SIMON BATTLE aus Deutschland kommen und dass er da angeblich mitspielt, der Glaus aus Regensburg. Und zwar Bass. Das also, was er sonst auch bei Beige GT tut. Ganz andere Baustelle. Aber das Internet lügt halt nicht. Und was er dann so erzählte, wie er zu Sänger und Allesmacher Simon aus Berlin kam, war dann auch nicht wenig verwinkelt: An einem Abend bei Freunden in Hamburg getroffen, ein paar Monate später die besagte CD von den Gastgebern zugesteckt bekommen, begeistert gewesen (geht offensichtlich noch anderen so!), sofort die Bandgründung angeboten. Fertig.

Wie sie das nun machen – Simon in Berlin, Bassist Glaus in Regensburg, Keyboarderin Nadja und Gitarrist Philipp in Hamburg (die Gastgeber!) und Schlagzeuger Florian in Leipzig – wissen sie selbst wohl noch nicht so genau. Im Juni war jedenfalls mal das erste Konzert in Hamburg. Im Herbst stehen die nächsten Termine an. Aber das hier ist einfach auch viel zu gut, als dass man im Bandkreis mit den Argumenten „Mühe“ und „Aufwand“ ernsthaft landen könnte.
 
Wenn man mich jetzt fragen würde, würde ich sagen: Jeder dieser Songs auf meiner mir zugeflogenen CD ist ein Volltreffer! Mit einer musikalisch ungemein lässigen Haltung, die man hierzulande nun wirklich selten antrifft.

Jens Schärdel, Regensburg, August 2006

sir simon battle